| Jahrgang 2 (1998), Heft 2 | 13. November 98 |
i n f o s - Z e i t u n g
Offizielle Zeitung des Informatik Forum Stuttgart e. V.
28 Jahre ist der Diplomstudiengang Informatik alt, doch die Fakultät Informatik feiert erst jetzt ihren zehnten Geburtstag. Die Gesetze machen es möglich: Von 1970 bis 1975 hat das aus dem Lehrstuhl von Prof. Knödel hervorgegangene Institut für Informatik den Studiengang getragen. Danach übernahm der Fachbereich Informatik für knapp vier Jahre diese Aufgabe, die von 1979 bis 1988 der Fakultät "Mathematik und Informatik" übertragen wurde, weil die Informatik nicht über genügend viele Professuren verfügte. Doch mit der Gesetzesnovellierung, dass eine Fakultät mindestens 10 Professuren umfassen müsse (empfohlen werden 15), konnte am 1.10.1988 die Fakultät Informatik ins Leben gerufen werden. Zu den bisherigen 13 Fakultäten der Universität Stuttgart (die übrigens in alphabetischer Reihenfolge durchnumeriert sind) wurde die Informatik als 14. Fakultät hinzugefügt. Seitdem steht im Alphabet der Stuttgarter Universität der Buchstabe "I" wie Informatik hinter dem Buchstaben "V" wie Verfahrenstechnik (= Fakultät 13).
Die Verselbstständigung war aber nur möglich durch die Zusage der Landesregierung, die bis dahin gut überschaubare Informatik mit sechs weiteren Lehrstühlen auszustatten, wodurch die magische Zahl 10 überschritten wurde. Bis Ende 1992 waren fast alle Lehrstühle besetzt, und die Fakultät konnte sich im Juni 1994 unter dem Dekanat von Prof. Gunzenhäuser umfassend der Universität präsentieren, und zwar in Form von sechs hintereinander gehaltenen Antrittsvorlesungen. Erst der Solidarpakt unterbricht 1997 diese Expansionsphase. Über Vergangenheit und Zukunft dieser besonders dynamischen Fakultät referiert der Dekan, Prof. Rothermel, auf der Festveranstaltung am 27.11.98 ab 15 Uhr, zu der alle Angehörigen der Universität und alle Freunde und Fördernde herzlich eingeladen sind.
Pünktlich zum 10. Geburtstag bescheren die Anfängerzahlen der Fakultät erneut eine Expansion: Anfang November 1998 wurden 282 Erstsemester in den beiden Diplomstudiengängen Informatik und Softwaretechnik gezählt - mehr hatte die Fakultät bisher nur einmal, nämlich im Jahre 1989 mit 289 Anfänger(inne)n. Und wenn 1999 noch zwei Dutzend Studierende des international ausgerichteten Masterstudiengangs "Information Technology" hinzukommen, dann sind über 300 Studierende zu erwarten: eine angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung der Informatik angemessene Zahl, aber auch eine große Herausforderung an die Fähigkeit der Universität Stuttgart, sich umzustrukturieren.
Doch das sind die Probleme von morgen. Heute blickt die Fakultät auf die zehn letzten von 28 soliden Ausbildungsjahren zurück. Und sie tut dies mit einer Einladung zum Schwerpunkt "Software-Engineering", dem sie sich durch die Einrichtung des Modellstudiengangs "Softwaretechnik" seit 1996 besonders verpflichtet fühlt. Auf der Festveranstaltung am 27.11.98 tragen drei besonders renommierte Vertreter vor: Prof. Broy (TU München) über Grundlagenfragen des Software-Engineerings, Prof. Rombach (Uni Kaiserslautern) über die empirische Softwaretechnik und Prof. Grabowski (Uni Karlsruhe) über Anwendungsbereiche in den Ingenieurwissenschaften. Anschliessend bleibt Zeit für Fachdiskussionen in den Räumen der Fakultät.
infos ist von der Konzeption ein Ehemaligen-Verein der Stuttgarter Informatik, der viermal im Jahr einen Stammtisch mit Vorträgen oder Exkursionen abhält, einmal im Jahr die (von ihm ins Leben gerufene) Absolvent(inn)enfeier der Fakultät Informatik durchführt, daneben diverse weitere Veranstaltungen organisiert, die Kontakte zwischen Industrie, Verwaltung und Wissenschaft fördert und die Zusammengehörigkeit der Stuttgarter Informatiker(inn)en pflegt. Auf allen diesen Gebieten ist infos aktiv - Details können der Homepage von infos entnommen werden.
Wenn jemand zwei Jahre alt wird, fragt man, ob er schon reden kann. Dies trifft im Falle von infos zu. Noch blieb das Reden auf den Standort Stuttgart beschränkt. Doch das soll sich in den nächsten Jahren ändern. Und es kann sich auch ändern, weil das wichtigste Ziel der ersten zwei Jahre fast erfüllt werden konnte: Wir wollten 200 Mitglieder erreichen, und am zweiten infos-Geburtstag, dem 16. Oktober 1998, hatte der Verein 184 persönliche und 9 Firmenmitglieder. Zweihundert Mitglieder ist eine kritische Grenze: Dann ist ein Verein so groß, dass nicht mehr jede(r) jede(n) kennt, und es werden Arbeitskreise und andere Untereinheiten eingerichtet, mit denen der Verein Empfehlungen erarbeitet, Veranstaltungen anbietet und sich in der Öffentlichkeit zu äussern beginnt. Dies wird die Aufgabe der nächsten beiden Jahre sein.
Nun sind wir rund 200. Diese sollen auf der Mitgliederversammlung am 18.2.99 ab 16 Uhr die Arbeitsschwerpunkte der kommenden beiden Jahre festlegen. Geplant ist zugleich das Schwerpunktthema "Informatik 21", das den Aufbruch in das 21. Jahrhundert behandeln wird. Die Visionen und das Realisierbare werden in Vorträgen vorgestellt, im Podium diskutiert und anschließend in der schon typischen infos-Abendatmosphäre in kleinen Gruppen vertieft. Und nebenbei feiern wir den zweiten Geburtstag mit hoffentlich vielen Mitgliedern nach.
Leiter der Abteilung Dialogsysteme der Fakultät Informatik der Universität
Stuttgart, Träger des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse,
wurde am 30.9.1998 emeritiert.
Mehr als 300 Personen sprachen Herrn Gunzenhäuser an diesem Tag ihre
Wertschätzung aus. In 25 Jahren hat er die Stuttgarter Informatik entscheidend
mitgeprägt. Seine Abteilung Dialogsysteme schrieb in dieser Zeit 400
Veröffentlichungen, hielt 600 Vorträge und betreute über 300 Diplom- und über 300
Studienarbeiten. Für einen Informatiker ungewöhnlich hoch ist auch die Zahl der
Personen, die bei Herrn Gunzenhäuser promovierten: 42, also etwa zwei pro
Jahr. Diese Aktivitäten kommen - so meinte der Jubilar - nun zu einem Ende. Doch
alle, die seinen Vortrag über Navigation und Kommunikation gehört haben, wissen,
dass er sich auch im Ruhestand weiterhin der Forschung und der Förderung der
Informatik widmen wird.
Auf der dreistündigen Festveranstaltung verabschiedete zunächst Prof. Olshausen (als Mitglied des Rektorats) Herrn Gunzenhäuser und überreichte ihm die Emeritierungsurkunde. Prof. Görke, der Vorsitzende des Fakultätentags Informatik, würdigte Herrn Gunzenhäusers Einsatz für die Informatik: Seit 1973 wirkt er in den Gremien der Gesellschaft für Informatik (GI) mit, mehrere Jahre war er der Sprecher des Fachbereichs Ausbildung der GI, er leitete vier Jahre den Fakultätentag Informatik und hat sich intensiv für den Aufbau der Informatik in den neuen Ländern eingesetzt. Den Festvortrag hielt Herr Prof. Strothotte von der Universität Magdeburg über "Interaktive und Graphische Systeme". In diesem Vortrag wurden die aktuellen Entwicklungen in diesem Gebiet, das für die Nutzung von Computern immer wichtiger wird, eindrucksvoll präsentiert und auch Entwicklungen, die die Abteilung Dialogsysteme beigetragen hat, herausgestellt. Mit der ihm eigenen didaktischen Begabung entführte danach Herr Gunzenhäuser ausgehend von der Navigationskunst eines Columbus und diversen Kommunikationsparallelen die Anwesenden in die vom Computer aufgebaute Welt, die mittels Navigation und Kommunikation erforscht und durchreist sein will. Hieran schlossen sich Danksagungen von Prof. Knödel (Gründer der Stuttgarter Informatik), von Dr. Mahling (sein 30. Doktorand mit Computerkompositionen) und Herr Strobel sowie Herr Grothkast (Studierende der Fachschaft Informatik) an. Der Dekan der Fakultät, Prof. Claus, gab einen Überblick über die vielen Aktivitäten von Prof. Gunzenhäuser. Nach dem Dank an Frau Gunzenhäuser, ohne die die Produktivität ihres Mannes sich kaum hätte entfalten können, und der Überreichung von Geschenken bildete die Verleihung der Würde eines "Diplom-Informatikers ehrenhalber" den Übergang zum geselligen Teil des Abends, der von den vielen Gästen bei Speisen und Getränken bis Mitternacht genossen wurde. Hierin integriert war der einstündige "Informatikabend", den die Fachschaft Informatik und Softwaretechnik mit Sketchen, Gesang und einem originellen Geschenk (die Fachschaft hatte der Universität den nun frei gewordenen Arbeitsstuhl aus Herrn Gunzenhäusers Dienstzimmer abgekauft und ihn dem Jubilar zum Geschenk gemacht) humorvoll gestaltete.
infos wünscht Herrn Gunzenhäuser alles Gute, Zufriedenheit, Gesundheit und weiterhin viel Engagement für die Stuttgarter Informatik.
(Noch ein Hinweis: Seine Eltern besaßen ungewöhnlichen Weitblick, als sie ihm den Vornamen "RUL" gaben, denn dieses Wort steht seit Anfang der 60-er Jahre als Abkürzung für Rechner-unterstütztes Lernen, also für das Gebiet, um das sich Herr Gunzenhäuser besondere Verdienste erworben hat. Dieses Kürzel ist sein Markenzeichen und zugleich seine elektronische Anschrift: rul@informatik.uni-stuttgart.de. Bitte persönliche Glückwünsche dorthin schicken.)
Welche Zeitung man oder frau auch immer aufschlägt, überall wird der geringe Anteil der Frauen in Naturwissenschaft und Technik beklagt. In der Informatik ist er bundesweit seit 1980 von 17% auf unter 10% gesunken. In Stuttgart als einer Technischen Hochschule liegt er niedriger als im Schnitt, bei unter 9%. Die Fakultät hat vor zwei Jahren einen Arbeitskreis für frauenspezifische Fragen gegründet (Vorsitzende bisher: Frau Dr. Schweikhardt und Frau Dr. Burger), und von Gesetzes wegen werden alle zwei Jahre Ansprechpartnerinnen (Frauenbeauftragte) gewählt (bisherige Amtsinhaberinnen: Frau Dr. Schweikhardt, Frau Schneider und Frau Dr. Hellebrand). Hier entstand Mitte 1996 das Projekt, eine Schülerinnen Arbeitsgemeinschaft einzurichten, in der Mädchen der gymnasialen Oberstufe in einige Bereiche der Informatik eingeführt werden. Drei solche AGs fanden 1997 und 1998 mit zusammen über 200 Teilnehmerinnen statt. Von der ersten AG liegt nun ein Buch vor: K. Schneider (Hrsg.), "Die Informatik AG - Telekooperation", Teubner Verlag Stuttgart, 1998, 160 Seiten. Es behandelt sechs Fachvorträge und viele Übungsaufgaben am Rechner, die zugleich zeigen, dass Informatik keine Gerätekunde und keine Sammlung von Programmiertricks ist. Das Buch ist eine Anregung zum Nachmachen, Neumachen und Andersmachen. infos beglückwünscht Frau Schneider und ihre Mitautorinnen zu dieser bundesweit erstmaligen Initiative made in Stuttgart.
Die Fakultät Informatik hat in einer Festverantstaltung am 6. November Herrn Prof. Baitinger zu seinem 60. Geburtstag gratuliert, der schon im Juni lag, aber wegen eines Forschungssemesters erst jetzt gefeiert wurde. Der Dekan der Fakultät, Prof. Rothermel, beleuchtete verschiedene Stationen seines Werdeganges beginnend mit dem Studium der Elektrotechnik 1957-1963 in Stuttgart, über die Assistententätigkeit mit der Promotion 1968, über seine Zeit bei der Firma IBM 1968 bis 1981, wo er unter anderem entscheidenden Anteil an der Rechnerfamilie 370 und vieler Soft- und Hardwareentwicklungen hatte, über seine Karlsruher Aktivitäten als Professor in der Elektrotechnik von 1981 bis 1989 bis hin zu seiner Tätigkeit als Leiter der Abteilung Integrierter Systementwurf (ISE) an der Universität Stuttgart, wo er 1989 mit Prof. Reuter zusammen das IPVR aufbaute. Herr Dr. E. Vogt, Leiter der Software-Akademie Böblingen, berichtete anhand einer Folie über die Zeit der letzten 30 Jahre Rechentechnik und damit über die Umgebung, in der Herr Baitinger arbeitete (er brachte ein historisches Laufwerk als Geschenk mit); Herr Spengler vom Haus zur Geschichte der IBM Datenverarbeitung in Sindelfingen stellte die Arbeit von Herrn Baitinger während seiner IBM-Zeit heraus und fand viele geschichtliche Anknüpfungspunkte auch aus den 30 Jahren davor; Herr Dr. Dresig von der Berliner Firma VerySys gab einen Überblick über heutiges EDA = Electronic Design Automation als "enabling technology" mit allen Zwischenstufen, Standardisierungen, Skalierungen, Sprachen usw. Zum Schluss hielt Herr Baitinger einen sehr persönlichen humorvollen Vortrag über sein Leben von der Geburt bis zum Studium, wo er sehr oft mit der Situation konfrontiert wurde, "sich nach Frankreich zurückzuziehen und seine weitere Entwicklung abzuwarten". Auf dem anschließenden Empfang zeichneten die ISE-Indianer das Leben ihres "Häuptlings Utz" mit launigen Sketchen nach. Die Fakultät und infos gratulieren dem Jubilar herzlich.
Von Wirtschaft und Verwaltung erreichen die Fakultät zahlreiche Stellenangebote
aus der Informatik. Um die Abläufe zu beschleunigen und zu vereinfachen, hat die
Fakultät Informatik einen Dienst "Stellenbörse" im Internet
eingerichtet. Hiermit wird zugleich ein Überblick über die laufenden Arbeiten an den
wissenschaftlichen Abteilungen der Fakultät Informatik verbunden. Wegen der
Personalknappheit der Fakultät übernimmt infos, das Informatik Forum Stuttgart
e.V. diese Aufgaben.
Die Stellenbörse gibt Ihnen die Möglichkeit, Arbeitsplätze, Praktikantenstellen und
Plätze für Werkstudenten auf Internetseiten zu veröffentlichen. Da alle Studierenden
der Fakultät Informatik einen Internetzugang haben und diese Möglichkeit auch
ausgiebig nutzen, wird diese Zielgruppe unmittelbar erreicht; zugleich gibt es nun
eine definierte Stelle, an der sich auch die Mitglieder und Freunde des Informatik
Forums über Arbeitsmöglichkeiten informieren können. Firmen, die sich für die
inhaltliche Ausrichtung der Informatik-Abteilungen interessieren, können dort die
Themen der laufenden und abgeschlossenen Diplomarbeiten und weiterer Arbeiten
abrufen. Die Pflege der Seiten ist mit einigem Aufwand verbunden. Für die Aufnahme
von Internetadressen, für Kurzbeschreibungen und für die Bereitstellung von Seiten
müssen daher Gebühren erhoben werden. Diese sind für infos- Mitglieder besonders
günstig, so dass dies neben den anderen Vorteilen einer Mitgliedschaft ein Anreiz
sein mag, infos beizutreten. Die jeweils gültigen Preise sind der unten angegebenen
WWW-Adresse zu entnehmen.
Wir hoffen, dass dieser Dienst Zustimmung findet. Die Internetseite, aus der Sie
weitere Informationen entnehmen können, finden Sie unter der Adresse:
http://www.infos.informatik.uni-stuttgart.de/boerse Anfragen
können auch per e-mail geschickt werden an:
boerse@informatik.uni-stuttgart.de
Die Fakultät Informatik und infos beabsichtigen, jährlich 2 Kontaktmessen
anzubieten. Dabei ist ein wichtiges Ziel, die Kontakte der Fakultät und unserer
Studierenden zur umliegenden Industrie weiter zu intensivieren.
Die erste Informatik-Kontaktmesse findet im Zusammenhang mit der 10-Jahresfeier der
Fakultät am 27.11.98 zwischen 10.00 Uhr und 14.30 Uhr statt.
Insgesamt werden etwa 10 Firmen die Kontaktmesse beschicken. Außerdem wird ein
Vortrag zur Arbeitsmarktsituation und zum Thema richtiges Bewerben angeboten. Wir
freuen uns insbesondere über die Teilnahme der Firmen IBM, HP, Bosch, ...
GI-ACM Regionalgruppe
Vortrag 1. Mittwoch im Monat
Siehe auch www.uni-stuttgart.de/External/gi-rg-s/
Informatik Kolloquium
in der Regel Dienstag 17.00 Uhr
Siehe auch www.informatik.uni-stuttgart.de/kolloquium/
infos Stammtisch
Ein Donnerstag am Anfang des Quartals
Siehe auch www.infos.informatik.uni-stuttgart.de
Die Rechtschreibreform ist zum 1.8.98 in Kraft getreten (in der infos Zeitung bereits angewendet).
Die Fachschaft, die seit einem Jahr "Fachschaft Informatik und Softwaretechnik" heißt, verrichtet - wie immer - relativ unauffällig ihre Arbeit, druckt, verkauft und verleiht Skripte und Prüfungsaufgaben, macht studentische Studienberatung und sorgt dafür, dass zumindest in einem Raum im Informatikbau die grundlegenden Aspekte von Gemütlichkeit vorhanden sind (Tee und Doppelkopf). Darüber hinaus engagiert sie sich an vielerlei Stellen.
Im Sommer 98 wurde wie jedes Semester die Vorlesungsumfrage durchgeführt. Es wurden insgesamt 270 Bögen hauptsächlich aus dem Grundstudium ausgewertet und die Ergebnisse den jeweiligen Dozenten mitgeteilt. Dabei gab es viel konstruktive Kritik, d.h. von der Möglichkeit des freien Kommentars wurde ausgiebig Gebrauch gemacht.
Beste Pflichtvorlesung war wieder Prof. Claus "Theorie für Softwaretechnik", dicht gefolgt von Prof. Plödereder mit "Einführung in die Informatik II". Scheinbar kommt der konstruktive Ansatz in der Theorie bei den Studierenden gut an. Für das Wintersemester 98/99 ist geplant, mehr Papierumfragen zu machen, um die Beteiligung zu erhöhen.
Am 8./9. Oktober organisierte die Fachschaft die jährliche Erstsemestereinführung für Informatik und Softwaretechnik. Am ersten Tag wurden ca. 200 Erstsemester vom Dekan und der Fachschaft wie immer auf dem Campus Vaihingen begrüßt und anschließend in Kleingruppen von insgesamt 40 ehrenamtlichen Tutoren (zu unserer Freude nicht nur die üblichen Aktiven) über den Campus und am Ende auch in den Informatikbau geführt. Am Freitag fand das Erstsemesterfrühstück, eine Uni-Ralley und ein Abendprogramm mit Film statt. Auch die internationalen Austauschstudenten (aus USA, Irland, Frankreich und Schweden) erhielten am Freitag eine fachspezifische Einführung durch die Fachschaft.
Wir versuchen auch, Leuten ohne Rechnererfahrung den Einstieg ins Studium leichter zu machen. In der ersten Vorlesungswoche gab es jeden Nachmittag die Rechnereinführung für Erstsemester. Zwei bis vier ehrenamtliche Tutoren vermittelten in Vorträgen und Übungen im Pool grundlegendes Wissen über unsere Rechnerumgebung (X-Windows, Unix, Internet, ...).
Bei der Emeritierungsfeier von Prof. Gunzenhäuser legte die Fachschaft einen ihrer legendären Shows hin. Der "Chor dump" gab seine Hits "Informatiker in Stuttgart", "Down, down" und "Campus dreaming" zum Besten und zahlreiche Showeinlagen erfreuten das geneigte Publikum.
Neben dem zehnjährigen Bestehen der Fakultät gibt es dieses Semester noch ein weiteres Jubiläum zu feiern: 20 Jahre Fachschaft Informatik. Nach der Abschaffung der Verfassten Studentenschaften 1977 durch die damalige Landesregierung gab es hier ein Jahr lang keine Repräsentanz der Studierenden. Dann gründete sich die Fachschaft Informatik, wie wir sie heute kennen: als unabhängige, inoffizielle Vertretung der Studierenden.
Gegen Ende des Wintersemesters wird es dazu einen "Festakt" geben, zu dem alle natürlich herzlich eingeladen sind. Wir sind auf der Suche nach (Email-) Adressen alter Fachschaftler - wer solches ist oder solche kennt, schreibt bitte eine Mail an fachschaft@informatik.uni-stuttgart.de. Sobald der Termin feststeht, werden wir ihn in geeigneter Form (und auf unseren Webseiten) bekannt geben.
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis (KVV), der ultimative Wegweiser mit Veranstaltungsterminen, -beschreibungen und Dozentenverzeichnis (nur 2,50 DM).
Informatik T-Shirt, in drei topmodischen Farben mit Uni- und Fachschaftslogo. (Selbstkostenpreis von 13.- DM).
Blänk (Mai 97), nur 1.- DM. Mit T-Shirt 13,50 DM!
Desweiteren zahlreiche Skripte, 100g nur 0,85 DM.
Es begann alles mit diesen Türen. Sie gingen viel schwerer auf als sonst. Ein hilfreicher Mensch erklärte mir, dass man eine Taste drücken müsse und sie öffnen sich automatisch. Wunderwerk der Technik. Es funktionierte tatsächlich, und nun erklärte sich auch der Anblick verzweifelter Informatiker im Haus, die, vor einer Türe stehend, das Licht im Gang einund ausschalteten. Denn nicht alle Türen waren mit dieser neuen Technologie ausgestattet.
Komplexe Systeme neigen dazu, eine Art von Eigenleben zu entwickeln. Nicht erst
mit dem "Anhalter durch die Galaxis" wissen wir, zu welchen geistigen Leistungen
Aufzüge oder auch Raumschiffe fähig sind. Dies ist nicht länger Fiktion. Aber
während die dort beschriebenen Türen friedlich gesinnt waren und sich mit Freude
öffneten, erkannte ich bei den automatischen im Informatikbau eine andere Natur. Sie
leben - und sie sind böse, hinterhältig, verschlagen und gemein.
Das mag unglaubwürdig klingen, aber es ist die bittere Wahrheit. Ein Beispiel? Die
Tür beim Dekanat wartet geduldig auf ihre Opfer. Da nähert sich ein unschuldiger
Informatiker. Der Schalter ist nicht leicht zu finden. Schließlich wird er doch
gedrückt, da schwingt die Tür mit unheilvollem Dröhnen ihm entgegen! Nur ein
schneller Sprung zur Seite rettet ihm das Leben. Sein Nachfolger hat nicht soviel
Glück. Als er kommt, steht die Tür noch offen. Sie weiß, dass sie diesmal Erfolg
haben wird. Nichtsahnend tritt der junge Mann durch die Öffnung. Da schlägt die Tür
zu und erwischt ihn von der Seite. Wie durch ein Wunder kommt er mit Prellungen und
ein paar blauen Flecken davon. Aber er hat gelernt, nie wieder einer Tür zu trauen.
Oder nehmen wir die beiden Türen im Zugang zur Mensa. Wie zwei Sphinxe bewachen sie den Weg, stets bereit, den ahnungslosen Wanderer mit ihren Blicken zu töten. Sie jagen im Rudel; während die eine sich ohne Probleme öffnen läßt und das Opfer in Sicherheit wiegt, schlägt die andere unbarmherzig zu.
Die Türen leben, und sie sind böse. Mit dieser Erkenntnis gehe ich anders durchs Leben. Ich wähle Wege, die noch friedliche Türen enthalten. Und muß ich einmal durch eine automatische, so begegne ich ihr mit dem gleichen Mißtrauen wie sie mir.
Neulich ist mir etwas seltsames passiert. Ich hatte nach einem längeren
Aufenthalt im Pool noch die umfangreichen Stellenangebote an den schwarzen Brettern
studiert. Als ich gerade das Haus verlassen wollte, war dies nicht möglich: Die Tür
war verschlossen. Auch Rütteln sowie das Betätigen sämtlicher Schalter in näherer
Umgebung der Tür hatten nur zur Folge, dass das Licht im Gang ein- und ausging. Da
fiel mir ein Aushang ins Auge. "Elektromagnetische Sicherung der Außentüren" lautete
die Überschrift, und es wurde von amtlicher Seite her erklärt, dass nach 20:00 Uhr
das Verlassen des Gebäudes nur noch mit einem Hausschlüssel möglich wäre.
Ich versuchte mir vorzustellen, wie diese Sicherung wohl vorgenommen würde. Vor
meinem inneren Auge sah ich energiegeladene Schutzschirme, die jeden Ein- oder
Ausdringling zurückschleudern oder verdampfen konnten, wie sie auch in
handelsüblichen Raumschiffen wie der Enterprise verwendet wurden. Zu meinem
Erschrecken entdeckte ich neben der Tür einen kleinen Rest Asche. War dies ein
unglücklicher Nachtschwärmer gewesen? Aber wie sollte das Universitätsbauamt zu
einer solch fortschrittlichen Technik gelangt sein? Ich beruhigte mich mit dem
Gedanken, dass dies wohl kaum möglich wäre, und die Asche vermutlich nur von den
Rauchern stammte, die das Hörsaalfoyer bevölkern.
Elektromagnetische Sicherung der Außentüren - das ist eine besondere Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit, sicher ist sicher. Wer jedoch nicht im Besitz dieses Sicherheitsschlüssels ist, hat nach 20:00 Uhr im Prinzip nur noch drei Möglichkeiten:
Alles redet über die Internationalisierung (auch wir, siehe frühere infos-Zeitungen). Aber nicht die Privaten haben im technischen Bereich derzeit die Nase vorn, sondern die Universität Stuttgart. Das Studium dauert vier Semester. "The curriculum starts with a common semester (summer term) for refreshing and extending fun- damentals ... " Dieses ist vor allem für Inhaber(innen) von FH-Diplomen oder ausländischem BSc-Grad gedacht. "Diploma/Master students from German or foreign universities without an intermediate BSc degree start directly with the 2nd semester ...", dafür müssen sie aber eine Studienarbeit und ein Industriepraktikum zusätzlich absolvieren. Die Studierenden entscheiden sich für einen der beiden Schwerpunkte "Communication Engineering and Media Technology", überwiegend von der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik angeboten, oder "Embedded Systems Engineering", vor allem von der Fakultät Informatik gestaltet. Zu Details siehe www.infotech.uni-stuttgart.de, oder man schreibe an den "Motor" dieses Studiengangs, Herrn Prof. Dr. P. Kühn, Fakultät 4. Im Sommersemester 1999 wird erstmals das Auffrischungssemester angeboten, ab dem Wintersemester 99/00 beginnen die eigentlichen Masterkurse. Im Wintersemester 00/01 werden die ersten Studierenden ihre Master Thesis schreiben. Die Kurse werden vorwiegend in englischer Sprache gehalten; TOEFL 550 ist Voraussetzung.
Gemäß dem Beschluß der infos
Mitgliederversammlung am 1.4.98 wurde mit interessierten Firmenvertretern der
Arbeitskreis Industriekontakte gegründet. Mittlerweile haben drei Sitzungen
stattgefunden. Dabei wurden insbesondere Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen
Wirtschaft und Wissenschaft beraten. Daraus ist ein umfangreicher Themenkatalog
entstanden. Aus der Fülle dieser Themen haben die Vertreter der Wirtschaft
nachdrücklich auf die kurzfristige Einrichtung einer
infos (Job)-Börse gedrängt (mittlerweile
realisiert). Außerdem wurden Vorschläge für die 10-Jahresfeier
und Möglichkeiten zur Ausbringung und Vergabe von Firmen-Stipendien
eingebracht. Weitere Mitglieder aus dem Kreis der
infos
Firmenmitglieder sind herzlich willkommen.
Die nächste Sitzung des AK Industriekontakte findet am 23.11.98
statt. Kontaktaufnahme über
Ludwig.Hieber@informatik.uni-stuttgart.de